09. November 2010 - Badische Zeitung

Eingefleischte Narren feiern

Schlachtfest der Reichenbacher Schergässler im Zunftlokal Nörgler / Eine Sau musste dran glauben.

LAHR-REICHENBACH. Kurz vor Martini verlieren nicht nur Gänse ihr Leben. Auch einer Sau ging es am Samstag in der Narrenhochburg Reichenbach an den Kragen: Die Fasentzunft der Schergässler hatte zum traditionellen Schlachtfest ins Zunftlokal Nörgler eingeladen.

Der opulente Festschmaus zog wenige Tage vor dem 11. November nicht nur die eingefleischten Narren am Schutterstrand magisch an, sondern auch noch weitere Freunde von Metzelsupp, Kesselfleisch sowie Blut- und Leberwurst. Krönende Beigaben waren Kartoffelbrei und Sauerkraut, die das Schlachtessen ebenso abrundeten wie Moschd und Schnäpsli aus heimischer Ernte.

Zum Festschmaus gibt es alles, was das Herz begehrt. Foto: Heidi Fössel

Bevor die deftigen Köstlichkeiten der 100-Kilogramm-Sau in Teller-Portionen serviert werden konnten, war am Samstag Vorarbeit für das Schlachtfest angesagt. In aller Herrgottsfrüh wurde das Schwein vom Bantlehof in Wittelbach geholt, wobei es nach Auskunft von Oberzunftmeister Martin Maier in diesem Jahr keine Probleme gegeben haben soll, den auserwählten Bauernhof samt Schlachttier in der Dunkelheit zu finden. Der harte Kern des Zunftrats um Boss Meier und Schlachtmeister Jürgen Wieseke, Baron des Jahres 2009, brachten am Samstagmorgen auf gekonnte Weise die Sau meisterlich zur Strecke. Mit sicheren Griffen wurde das zwei Zentner-Exemplar ausgenommen, in zwei Hälften zerlegt und nach Reichenbach transportiert, wo es unter Mithilfe der früheren Baronin Annerose Wieseke und weiteren närrischen Hoheiten fachmännisch zu Wurst und Fleisch verarbeitetet wurde.

Hobbykoch Peter Bleicher steuerte mit Ehefrau Iris einmal mehr seine Spezialrezeptur zum Sauerkraut bei. "ES hat hervorragend geschmeckt", machte ein Gast aus Ettenheim den Schergässlern ein Kompliment. Er hatte es sich mit seiner Frau nicht nehmen lassen, am Samstag nach Reichenbach zu radeln, um am Schlachtfest der Fasentzunft teilzunehmen. Damit der Festschmaus anschließend gut verdaut werden konnte, erfolgte die Rückfahrt über den Streitberg.

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