15. November 2010 - Badische Zeitung

Närrisch zu sein, wird teurer

LAHR-REICHENBACH (wob). Oberzunftmeister Martin Meier und Zunftmeister Thomas Fischer stehen auch in der kommenden Kampagne an der Spitze der Schergässler. Bei der Mitgliederversammlung zum Auftakt der Narretei am 11.11. im "Nörgler" wurde auf eine erfolgreiche Fasent geblickt, das Vorstandsteam bestätigt und durch Beitragserhöhungen der finanzielle Spielraum für künftige Investitionen im Vereinsheim erweitert.

Dass die organisierte Narretei immer mehr Geld verschlingt und auch die 450 Schergässler bei den aktiven Erwachsenen Federn lassen mussten, waren die Gründe für den Vorschlag von Vorstand und Zunftrat, die Beiträge von bisher zehn Euro auf 30 Euro für Aktive und auf 20 Euro für Passive zu erhöhen. Dies wurde mehrheitlich angenommen. Der Oberzunftmeister begründete die Erhöhung mit den hohen Fixkosten, die den Schergässlern durch den Unterhalt und Betrieb des Vereinsheims entstehen. "Mit den Beiträgen schaffen wir keine Deckung", sagte Meier. Schlimmer noch: Ohne den Schergassenjahrmarkt habe das Vereinsjahr meist mit einer "schwarzen Null" oder einem Minus abgeschlossen.

Doch nicht nur die Finanzen, die Kassenwartin Petra Christmann im Detail erläuterte, waren Grund zur Klage, auch die aktive Teilnahme der Schergässler bei den Umzügen sowie die Resonanz bei Hästrägersitzungen trieben Meier etliche Sorgenfalten auf die Stirn. Der Schergässler-Chef forderte mehr Disziplin unter den Aktiven, die schließlich bei den Veranstaltungen und Auftritten in der Region die Visitenkarte für die Narrenhochburg Reichenbach hinterließen.

Trotz der kritischen Anmerkungen des obersten Schergässlers fiel die Bilanz der Kampagne 2010 positiv aus. Besonders erfreulich sei die zahlenmäßige Zunahme von Jugendlichen in der Zunft, die Meier mit 71 Mitgliedern unter 16 Jahren bezifferte. Eine Bereicherung des Zunftabends und weiterer Veranstaltungen in der fünften Jahreszeit sei der Auftritt der Minis und Maxis des Schergässler-Nachwuchses gewesen, über die die Verantwortlichen Tanja Mallach und Nicole Weinrich-Dold berichteten. Erste Neuigkeiten über die Kampagne 2011 konnten der neuen Homepage der Schergässler unter www.schergaessler.de entnommen werden, die Zunftmeister Thomas Fischer gestaltet hatte und nun vorstellte. Auf der Homepage gibt es nicht nur wichtige Informationen rund um die Zunft, sondern auch über die traditionelle Fasent. Zu einem Höhepunkt dürfte der 50. Zunftabend am 19. Februar in der Geroldseckerhalle werden, so Meier. Neue Wege wollen die Schergässler am Fasentfreitag bestreiten und unter dem Motto "Die Zunft hält Hof" die Baronspaare der vergangenen 50 Jahre einladen. Zum Programm 2011 gehöre auch wieder ein Hästräger-Treffen, für das nach Auskunft von Meier bereits 500 Anmeldungen vorlägen.

09. November 2010 - Badische Zeitung

Eingefleischte Narren feiern

Schlachtfest der Reichenbacher Schergässler im Zunftlokal Nörgler / Eine Sau musste dran glauben.

LAHR-REICHENBACH. Kurz vor Martini verlieren nicht nur Gänse ihr Leben. Auch einer Sau ging es am Samstag in der Narrenhochburg Reichenbach an den Kragen: Die Fasentzunft der Schergässler hatte zum traditionellen Schlachtfest ins Zunftlokal Nörgler eingeladen.

Der opulente Festschmaus zog wenige Tage vor dem 11. November nicht nur die eingefleischten Narren am Schutterstrand magisch an, sondern auch noch weitere Freunde von Metzelsupp, Kesselfleisch sowie Blut- und Leberwurst. Krönende Beigaben waren Kartoffelbrei und Sauerkraut, die das Schlachtessen ebenso abrundeten wie Moschd und Schnäpsli aus heimischer Ernte.

Zum Festschmaus gibt es alles, was das Herz begehrt. Foto: Heidi Fössel

Bevor die deftigen Köstlichkeiten der 100-Kilogramm-Sau in Teller-Portionen serviert werden konnten, war am Samstag Vorarbeit für das Schlachtfest angesagt. In aller Herrgottsfrüh wurde das Schwein vom Bantlehof in Wittelbach geholt, wobei es nach Auskunft von Oberzunftmeister Martin Maier in diesem Jahr keine Probleme gegeben haben soll, den auserwählten Bauernhof samt Schlachttier in der Dunkelheit zu finden. Der harte Kern des Zunftrats um Boss Meier und Schlachtmeister Jürgen Wieseke, Baron des Jahres 2009, brachten am Samstagmorgen auf gekonnte Weise die Sau meisterlich zur Strecke. Mit sicheren Griffen wurde das zwei Zentner-Exemplar ausgenommen, in zwei Hälften zerlegt und nach Reichenbach transportiert, wo es unter Mithilfe der früheren Baronin Annerose Wieseke und weiteren närrischen Hoheiten fachmännisch zu Wurst und Fleisch verarbeitetet wurde.

Hobbykoch Peter Bleicher steuerte mit Ehefrau Iris einmal mehr seine Spezialrezeptur zum Sauerkraut bei. "ES hat hervorragend geschmeckt", machte ein Gast aus Ettenheim den Schergässlern ein Kompliment. Er hatte es sich mit seiner Frau nicht nehmen lassen, am Samstag nach Reichenbach zu radeln, um am Schlachtfest der Fasentzunft teilzunehmen. Damit der Festschmaus anschließend gut verdaut werden konnte, erfolgte die Rückfahrt über den Streitberg.

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