Zunftabend: Kein Auge blieb trocken!
Mit viel Spannung fieberte das diesjährige Zunftabendpublikum, zu dem auch politische Prominenz aus dem Bundestag, Landtag und der Stadt Lahr zählte, dem Abend entgegen. Oberzunftmeister Thomas Fischer begrüßte mit gereimten Worten die Gäste. Es folgte ein für den Abend ungewöhnlicher Moment der Stille, um dem vor wenigen Wochen verstorbenen Timo Haag zu gedenken. Mit dem Buurequartett zählte er fast vier Jahrzehnte zu den Stimmungsgaranten auf der Zunftabendbühne. Allen, die ihn kannten, fiel es sichtlich schwer sich einen Zunftabend ohne ihn vorzustellen.
Im Anschluss daran wurde das Geheimnis gelüftet, wer die Reichenbacher in diesem Jahr als Baronspaar durch die Fasentsaison führen wird. Petra I. und Wolfram I. heißen die Beiden, die einen fulminanten Einstieg in den Abend erleben durften. Denn der Narresume, die Mini-Minis, vollführten in bunten Clown-Kostümen einen tollen Tanz auf, der viel Applaus erhielt. Die Tanzgruppenleitungen Analena Kopf, Ronja Gralla und Franziska Schell zeichneten sich für den Auftritt verantwortlich. Auch der in Person von Rolf Hügel dann rhetorisch brillierende hinkende Bote kam beim närrischen Publikum bestens an. Der Obrigkeit wurde der Spiegel gemäß dem allseits geltenden Motto "Jedem zur Freud, keinem zum Leid!" eindrucksvoll vorgehalten.
Besonders sehenswert war in diesem Jahr der Auftritt des älteren Narresumes. Die Maxi-Minis entführten das Publikum tänzerisch in 80 Tagen um die Welt. Phillipus der Wellenbezwinger, gespielt von Felix Haag, sorgte mit geschliffenen Worten und toller Bühnenpräsenz dafür, die Tänzerinnen und Tänzer auch die Zeit hatten, die Kostüme zu wechseln und neue Länder zu betreten. Über England, die USA, Brasilien, Indien, Italien, Frankreich bis nach Richebach tanzten sich die Maxi-Minis in Formation, paarweise oder auch einzeln durch und ernteten für ihre Darbietung riesigen Applaus, an der die beiden Tanzgruppenleitungen Nadja Disch und Julia Moser viel gestrickt haben. Den Maxi-Minis entsprungen, ist vor ein paar Jahren Shania Bohy, die als d´Jung zwischenzeitlich im vierten Jahr in der Bütt steht und ebenfalls einen ideenreichen Auftritt auf die Bühne zauberte, der mit viel Applaus quittiert wurde.
Ein weiterer Stimmungsgarant beim Zunftabend der Schergässler folgte. Tanja und Larissa Mühlhaus, musikalisch begleitet von Reiner A. Kammerer, blickten närrisch auf ein ereignisreiches Jahr zurück und trafen auch dieses Jahr mit ihren Texten und Melodien ins Schwarze. Ohne Zugaben ließ das Narrenvolk die Drei nicht von der Bühne.
Mit großer Spannung erwartet, wurde danach der erste Solo-Auftritt von Harry Gysler, der im vorletzten Jahr noch in Reihen des Buurequartetts als Heimatdichter Konstantin Gludderli tolle närrische Akzente setzte. Gewohnt trocken, philosophierte er in seiner Paraderolle als Konstantin Gludderli mit schlauem Wortwitz und Seitenhieben in alle Richtungen derart über das regionale Geschehen, dass kein Auge in der Halle trocken blieb. Der 30er-Zone, der Chrysanthema, aber auch dem angedachten Surfpark in Lahr widmete er seine Aufmerksamkeit zur großen Freude der närrischen Gemeinde im Saal. Die gute Stimmung im Saal oben, hielten dann die "Neuen", die in Besetzung Beate Maier, Patrick Decker, Gerd Furtwängler, Armin Furtwängler, Jürgen Glatz und Thomas Fischer, aus der Amtsstube heraus grüßten. Die Bürokratie wurde mächtig auf die Schippe genommen. Mit neuen und altbekannten Hits wurde das Publikum zudem in Wallung gebracht.
Gegen Ende des Programms ließen sich dann die zwei "Uspacker" Dominik Gyssler und Daniel Fehrenbacher darüber aus, was den Reichenbacher im vergangenen Jahr für Missgeschicke passiert sind. Letzterer in waschechtem Elsässer Dialekt. Eine tolle Nummer, der zum Abschluss des Abends der traditionelle Hästanz der Schergässler folgte, einmal mehr intoniert von der mit sieben Mann kleinsten, spielfähigen Blaskapelle der Welt, den Blechbrägeli. Zum wiederholten Male Stand die ganze Halle an diesem denkwürdigen 64. Zunftabend. Bei der bekannten Melodien folgenden Schunkelrunde der Blechbrägeli beim großen Finale, machten alle kräfig mit und verabschiedeten die sich nochmals präsentierenden Akteurinnen und Akteure mit großem Applaus von der Bühne. Fünf kurzweilige Stunden, die Lust auf den Zunftabend im kommenden Jahr machen ...
Bildergalerie: 64. Zunftabend der Schergässler
33 Jahre Riddl´Schdägge - ein Grund zu Feiern!
Die Narrenzunft Riddl'Schägge feierte am Wochenende 8./9. Februar 2025 ihr 33-jähriges Bestehen. Die Schergässler nahmen mit knapp 100 Zunfträten, Ehrennarren und Hästrägern am Jubiläumsumzug teil und gratulierten den Kürzeller Narrenfreunden auf das Herzlichste, denn die Verbindung zwischen den beiden Zünften ist eng. Nicht zuletzt, weil die Riddl'Schdägge im Gründungsjahr Unterstützung aus Reihen der Reichenbacher Zunft erhielt. Der damalige Oberzunftmeister und jetzige Ehrenoberzunftmeister der Schergässler, Ernst Fehrenbach, stand den damals Handelnden nämlich mit Rat und Tat zur Seite. Seither pflegen beide Zünfte ein tolles, freundschaftliches Verhältnis miteinander, das Spaß macht. Spaß hatten alle Schergässler deshalb auch beim sehr gut organisierten Jubiläum der Kürzeller Narrenfreunde. Diesem voraus, ging erstmalig ein närrischer Frühschoppen im heimischen Zunftlokal Nörgler. Viele Schergässler fanden sich zwei Stunden vor der Busabfahrt im Nörgler ein und hatten die Wahl zwischen verschiedenen Gedecken, die das Frühstück zu Hause ersetzten. Eine tolle Idee, perfekt umgesetzt vom Jugendzunftrat unter der Regie von Zunftrat Christian Disch. Entsprechend gut gelaunt, machten sich die Schergässler dann auch auf den Weg nach Kürzell.
Bildergalerie: Umzug Kürzell
Mit der Gelruewe-Party wurde an diesem Wochenende auch eine Abendveranstaltung besucht. Die Münchweirer Zunft sorgte in der heimischen Turn- und Festhalle für tolle Atmosphäre und bei den 40 Närrinnen und Narren im blauen Häs für gute Laune.